Grafrather Einigkeit

Energiewende

Energiewende

 

Definition der Energiewende

Der Begriff der Energiewende ist heute ein gängiges Schlagwort geworden. Häufig steht dafür nur die Stromerzeugung im Fokus, was nicht ganz korrekt ist. Dieses Wort Energiewende soll nichts anders besagen, als dass die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung, für die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr, mit sogenannten erneuerbaren Energien gelingen soll. Als erneuerbare Energien zählen Windenergie, Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Bioenergie (Biogas, Deponiegas), Biomasse (Holz), Hydroenergie und Erdwärme. Somit ersetzen die vorstehend aufgeführten Energieträger die klassischen, fossilen Energieträger, wie Kohle (Braun- und Steinkohle), Öl und Erdgas. Da die Potentiale an erneuerbaren Energien zuweilen nur in einem beschränkten Umfang zur Verfügung stehen, sind begleitende Maßnahmen für die Energiewende notwendig, wie z.B. Energieeinsparung, Energieeffizienz, Wärmedämmung, Kraft-Wärme-Kopplung usw. Mittlerweile gibt es dafür eine Reihe von Gesetzen, wie z.B. das Erneuerbare Energien- Gesetz, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, die Energieeinsparverordnung (EnEV) usw.. Die Energieerzeugungsanlagen stehen meist dezentral, d.h. dort, wo die Energieträger vor Ort zur Verfügung stehen und auch in unmittelbarer Nähe eine Abnahme der erzeugten Energie besteht. Das bietet zudem den Vorteil, dass eine Wertschöpfung in der Region bzw. im ländlichen Bereich stattfinden kann und der Kapitalfluss damit beeinflusst wird. Deshalb spielt dieses Thema eine immer größere Rolle in der kommunalen Energiepolitik. In der Vergangenheit sprach man überwiegend von zentraler (Strom)Versorgung über Großkraftwerke und Kernkraftwerke, die in der Hand weniger Stromkonzerne betrieben wurden.

 

Geplante Nahwärmeversorgung in Grafrath

Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit der Möglichkeit, ein kleine begrenzte Nahwärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien – hier Holzhackschnitzel - für ihre gemeindlichen Einrichtungen zu realisieren. Hintergrund dafür ist, dass die ölbefeuerten Heizungsanlagen für Schule und Hallenbad relativ hohe Energieverbraucher sind und die Heizungsanlagen aufgrund ihres Alters modernisiert werden müssen. In Verbindung mit der geplanten Neuansiedlung des Einkaufsmarktes in der Hauptstraße kamen folgerichtig Überlegungen auf, auch diese Neuansiedlung an das geplante Wärmenetz mit anzuschließen. Drei Gründe die dafür sprechen:

  1. Mit einer insgesamt größeren Wärmeabnahme kann die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems verbessert werden
  2. Es bietet sich ein weit besserer Standort für die geplante Energieerzeugungsanlage an, als der auf dem Schulhof (nämlich im rückwärtigen Bereich des Damian-Grundstückes) und
  3. Ergreift ein Privates Unternehmen die Initiative, braucht die Gemeinde nur als Wärmeabnehmer auftreten, und muss nicht selbst Investitionen und Betrieb schultern.

Diese gute Idee wurde daher intensiver von unserem Ortsvorsitzenden der Einigkeit untersucht, der mit seinem Ingenieurbüro in diesem Spezialthema zu Hause ist.

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Windkraftpläne im Landkreis FFB

Das Thema Windkraftnutzung im Landkreis wurde im Herbst 2013 heiß diskutiert. Grafrath ist nicht nur durch die Planung des Landkreises FFB betroffen sondern auch und vor allem durch den durch die Nachbargemeinden des Landkreises Starnberg vorangetriebene Planungen für den Bau von Windkraftanlagen am südlichen Gemeindegebiet Grafraths.
Die aktuelle Windkraftkarte zeigt den aktuellen Stand zum Ausweis von sog. Konzentrationsflächen im Landkreis FFB, mit denen dem massiven Bau von Windkraftanlagen als sog. privilegierte Bauvorhaben entgegengewirkt werden soll. Eine Einflussmöglichkeit auf die Planung auf Starnberger Gebiet besteht damit aber nicht.

Windkraft-Das ist im Moment der Plan  Artikel "Windkraft-Das ist im Moment der Plan" herunterladen (151 kb)

Generell sind die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde auf den Bau von Windkraftanlagen eher beschränkt. Die Vorgaben werden Bundes bzw. Landespolitisch getroffen. Überbewertet wird auch die Energieeffizienz derartiger Windkraftanlagen, d.h. wie hoch die jährliche Stromausbeute ist. Sie hängt ab von der Windgeschwindigkeit (Bandbreite 7- 25 m/s) und den damit verbundenen jährlichen Betriebsstunden (Bandbreite 1500 – 2500 Jahresstunden). Klar ist, dass sich ohne staatliche Förderung die Windkraft gegenüber der konventionellen Stromerzeugung (Kohle, Kernenergie) nicht rechnet.

Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die Größenverhältnisse für Windkraftanlagen verschiedener Leistungen. P ist dabei die installierte elektrische Leistung, d entspricht dem Rotordurchmesser und h entspricht die Höhe bis zur Nabe, d.h. die Gesamthöhe beträgt h + ½ d.
Schaubild Windkraft

Je größer die Windanlagen wegen, desto höher sind die Anforderungen das Material und Wartungskosten. Nicht unerheblich sind die baulichen Aufwendungen, um Windräder zu errichten. Es werden große Trassen (Wege) für die Erschließung und den Netzausbau benötigt. Nach vielen Jahren muss auch der Kostenaufwand für Wiederabbau und Entsorgung berücksichtigt werden. Tatsächlich gibt es bis heute keine absolut verlässlichen wirtschaftlichen Zahlen über den Betrieb von Windkraftanlagen, was Investitions- und Renditerechnungen erschwert.